Kurzer Überblick über die
Geschichte unserer Herz-Jesu-Gemeinde
Der erste Spatenstich
Als um die Jahrhundertwende der Bergbau in Gladbeck seinen Einzug gehalten hatte und man im Jahr 1908 auch in Zweckel mit dem Abteufen einer Schachtanlage begann, wurde aus der vormaligen Bauernschaft Zweckel schnell ein von Bergmannssiedlungen geprägter Ortsteil.
Wegen der großen Zunahme der Bevölkerung entstand der Plan, in Zweckel eine Filialkirche der Muttergemeinde St. Lamberti zu errichten.
Schon im November 1910 wurde die erste Gemeindemesse in einer Schulbaracke gefeiert, und nach dem ersten Spatenstich im November 1912 und der feierlichen Grundsteinlegung am Fest Christi Himmelfahrt 1913 konnte die junge Gemeinde am 27. Mai 1914 die Einweihung des neuen Gotteshauses, gebaut im Stil des bergischen Barocks, feiern.
Pfarreigründung
Schon seit 1911 hatte man sich durch die Gründung zahlreicher Standesvereine bemüht, das Gemeindeleben aufzubauen, und im Jahre 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde “Herz Jesu” - Zweckel durch bischöflichen und staatlichen Erlass zu einer selbständigen Pfarrei erhoben, und der erste Seelsorger der Gemeinde, Heinrich Gunnemann, bis dahin Rektor, wurde Pfarrer.
Unter seinem Nachfolger, Pfarrer Schlütter, wurde 1922 eine Niederlassung der “Heiligenstädter Schulschwestern” in der Gemeinde gegründet. Die Schwestern konnten 1930 unter Pfarrer Issel das neue Schwesternhaus in der Schroerstraße beziehen, nachdem sie zunächst mit evangelischen Diakonissen im alten Kotten an der Berkenstockstraße gewohnt hatten.
In den dreißiger Jahren
Nach dem Aufkommen des Nationalsozialismus wurde in den dreißiger Jahren die Lage auch in unserer Pfarrei immer schwieriger: Verbot der Kirchenzeitung, Strafversetzungen bekenntnistreuer Lehrer, Verbot des Religionsunterrichts durch Geistliche in der Schule, Beschlagnahme von Bannern und Kassen der kirchlichen Vereine.
Ein im Frühjahr 1995 vor unserer Kirche errichteter Gedenkstein erinnert an Bernhard Poether, Kaplan in “Herz Jesu” von 1936 bis 1939, der sich nicht scheute, sich öffentlich gegen die Nazis auszusprechen. Wegen seines verbotenen Einsatzes für polnische Christen wurde er auf Druck der Nazis zunächst nach Bottrop in die Pfarrei St. Joseph versetzt und schon kurze Zeit später verhaftet und Anfang 1940 zunächst in das KZ Sachsenhausen und von dort in das KZ Dachau gebracht, wo er am 5. August 1942 ermordet wurde.
Der zweite Weltkrieg
Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde unser Gotteshaus, vorher schon durch Brandbomben beschädigt, am 21. Juni 1944 durch eine Luftmine zerstört.
Der kostbare Hochaltar war rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. Nach dem Ende des Krieges wurde im Dezember 1945 zunächst eine Baracke als Notkirche errichtet. Erst im Mai 1949 konnte die Gemeinde in die wiedererbaute Kirche einziehen.
Für Wilhelm Werheit, seit 1941 Pfarrer der Gemeinde und später Gladbecker Dechant und Ehrendomherr des 1958 gegründeten Bistums Essen, war das sicher eine besondere Freude.
Unter ihm wurde der äußere und innere Wiederaufbau der Gemeinde tatkräftig betrieben. 1954 war das Jugendheim fertig und erhielt den Namen “Karl Leisner - Jugendheim”, 1956 erhielt die Gemeinde eine neue Orgel, in den Jahren 1963/64 bekam die Kirche neue, vom Künstler Egbert Lammers aus Werl entworfene Fenster, und im Rahmen der vom Konzil beschlossenen Liturgiereform wurde der Altarraum umgestaltet.
Bauliche Ausgestaltuing der Gemeinde
Nach dem Tod von Pfarrer Werheit wurde am 24. April 1966 Heinrich Krekeler als neuer Pfarrer eingeführt, der dann fast dreißig Jahre lang segensreich als Seelsorger in der Gemeinde wirkte. Tatkräftig setzte er sich für die weitere bauliche Ausgestaltung der Gemeinde ein.
Im Jahre 1968 wurde hinter der Kirche der Neubau des Herz-Jesu-Kindergartens eingeweiht - vorher war der Kindergarten im Schwesternhaus untergebracht -, und 1973 kam es zur Einweihung des Franziskus-Kindergartens am Frochtwinkel.
Im Juli 1970 waren die Angestelltenhäuser neben der Kirche fertig gestellt und im September 1977 unser schönes neues Pfarrheim an der Schroerstraße.
Von 1981 bis 1982 wurde das Innere unseres Gotteshauses vollständig renoviert, und im Mai 1982 weihte Weihbischof Wolfgang Große vier neue Glocken.
Im Januar 1995 trat Pfarrer Heinrich Krekeler - im Alter von 80 Jahren - in den Ruhestand. Als sein Nachfolger ist nun Clemens Bombeck Pfarrer der Gemeinde.
Das heilige Jahr 2000
Im Heiligen Jahr 2000 konnte das Gockengeläut vervollständigt werden. Die neue, fünfte Glocke ist der heiligen Edith Stein geweiht. Die Weihe dieser Glocke nahmen Pfarrer Heinrich Krekeler und Pfarrer Clemens Bombeck am Passionssonntag 2001 vor.
Seitdem verkündet sie die Botschaft der Schutzpatronin Europas: "Wer die Wahrheit sucht, sucht Gott, ob es ihm bewusst ist oder nicht."
Fusion beider Gemeinden/ Großpfarrei St. Lamberti
Eine besondere Zäsur im Leben der Herz-Jesu-Gemeinde begann am 4. September 1999.
Mit Blick auf die Kooperationsmaßnahmen des Bistums wurde an diesem Tag Pfarrer Bombeck zusätzlich in sein Amt als Pfarrer der Christus-König-Gemeinde eingeführt. Neben seiner Aufgabe als Pfarrer von Herz Jesu war er jetzt auch für die Schultendorfer Pfarrei verantwortlich. Ihm stand Pastor Erwin Izifovici zur Seite, der vorrangig als Seelsorger in dieser Gemeinde tätig wurde. Mit dieser personellen Zusammenlegung wurden seitens des Bistums Essen die ersten Schritte hin zur Fusion beider Gemeinden eingeleitet.
Am 3. Oktober 2003 erfolgte schließlich die Auflösung der Christus-König-Pfarrei und ihre Einfügung in die Herz-Jesu-Pfarrei.
Mit einem festlichen Gottesdienst in der Propsteikirche St. Lamberti, dem Weihbischof Franz Vorrath vorstand, erfolgte im Rahmen der Umstrukturierungsmaßnahmen des Bistums Essen am 19. September 2007 die Auflösung aller Gladbecker Pfarreien und die Neuerrichtung der Großpfarrei St. Lamberti.
Seit diesem Tag ist die Herz-Jesu-Pfarrei aufgelöst und als Gemeinde Teil der einen, neuen Pfarrei St. Lamberti.
Die Christus-König-Kirche, ist seit Oktober 2003 Filialkirche von Herz Jesu, eine sog. "weitere Kirche".
Der verantwortliche Seelsorger unserer Gemeinde ist auch weiterhin Pastor Clemens Bombeck. Ihm zur Seite stehen Kaplan Ulrich Pfeifer - er ist seit 1997 bei uns und wurde im Herbst 2007 von Bischof Dr. Felix Genn zum Pastor ernannt - und Gemeindereferentin Beatrix Klein-Wiele.
